„Erst Currywurst bei Gabi, dann Käse-Yoga bei Achim … “

Ein Plädoyer für den Wochenmarkt und mehr

Wenn ich gefragt werde ob, oder was ich während meiner Auslandsaufenthalte vermisse, dann sprudelt es aus mir heraus: Immer samstags: Currywurst bei Gabi und „Käse-Yoga“ bei Achim … nicht zu vergessen Schnack mit Bax. Ja, ja, der Wochenmarkt in Charlottenburg ist für mich der schönste Markt in Berlin – und Berlin hat sehr viele schöne Wochenmärkte. Ein „heißer“ Tipp ist auch der Winterfeldtmarkt in Schöneberg oder der Markt am Maybachufer.

Gabi`s Currywurst – für uns die beste in Berlin

Unser Favorit, mein Mann ist auch begeisterter „Marktgänger“, ist eindeutig der Markt auf dem Karl-August-Platz in Charlottenburg und der beginnt samstags immer mit einer Currywurst bei Gabi. Der anschliessende Einkauf ist Inspiration pur, keine Pflichtübung. „Was kochen wir?“ Gibt’s Fleisch, Fisch oder Vegetarisches? Wir lassen uns treiben, genießen gute Gespräche und das ein oder andere Kulinarische. Ob Wein, Käse, Marmelade, Fleisch, Eier von Bauer Habbel’s Hühnern, Kunsthandwerk oder Handgestricktes, es fehlt nichts.

 

Bax Werker und ihre Passion: Handgestricktes aus edlen Garnen

Was macht diesen und viele andere Wochenmärkte in Deutschland so reizvoll? Warum möchte ich überhaupt darüber schreiben? Dies erschließt sich dem Leser, der meinen Beitrag bis zum Ende liest.

Schauen wir mal genauer hin: Mehr als 3.300 Wochenmärkte in Deutschland bringen Leben und Atmosphäre in die Innenstädte und das oftmals seit vielen hundert Jahren. Einer der ältesten Wochenmärkte ist der Wochenmarkt auf dem Liebfrauenplatz, mitten im Stadtzentrum von Mainz. Diesen Markt im -Schatten des Doms- gibt es seit dem 8. Jahrhundert, lange vor Aldi, Lidl, Kaufland & Co.

Sie sind als regionale Nahversorger die “Einkaufszentren” für frische Lebensmittel. Sie bieten eine Plattform für Kommunikation und Lebensqualität. Es sind die Menschen und die Produkte, die im Vordergrund stehen. Man nimmt sich Zeit für ein Schwätzchen, die kompetente Beratung, eine kleine Kostprobe hier, ein Gläschen dort, duftendes Brot aus dem Steinofen… die Sinne werden direkt angesprochen. Einkaufen wird hier zum Genuss an sich.

Achim Freitag in Aktion: Beeindruckend – er weiß alles rund um den Käse

Weniger emotional – mehr betriebswirtschaftlich betrachtet, die Wertschöpfung bleibt größtenteils in der Region und die Transportwege verkürzen sich deutlich.

Lust statt Frust – Welcher Discounter kann das schon bieten?

Gedränge an der Kasse, häufig genervte Kassierer*innen und ungeduldige Kunden*innen sind an der Tagesordnung. Und ich, was mache ich als Kundin? Zielstrebig packe ich meine Produkte in den Einkaufswagen, dann lege ich sie pflichtbewußt und zügig auf das Kassenband, um sie nach dem Scannen wieder in den Einkaufswagen, bzw. meine Taschen zu packen, dann ab damit ins Auto. Zwischendurch beantworte ich Fragen nach Kundenkarten, Postleitzahlen usw. Dann bring ich den Einkaufswagen zurück, fahre mit dem Auto nach Hause, räume meine Produkte aus und bringe sie in die Wohnung, nun müssen sie nur noch in den Schrank … ach ja, die Umverpackungen, die könnten ja schon mal runter in den Müll.

Puh, soviel Verpackung! Immer mehr Selbstscannerkassen! Bin ich zu empfindlich? Möglicherweise ist Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit nicht alles. Beim Einkauf entspannen, gute Entscheidungen treffen, bewusst genießen, einfach Achtsamkeit pur!

Ach ja, die Achtsamkeit, wir können sie immer und überall praktizieren. Sie kostet nichts und steht uns überall und jederzeit zur Verfügung. Ob beim Einkauf oder im Business Meeting, sie tut uns gut, hilft uns gute Entscheidungen zu treffen und bringt uns weiter. Davon mehr beim nächsten Mal.

Jetzt freue ich mich erst einmal unbändig auf meinen nächsten Wochenmarktbesuch.

Vielleicht habt ihr auch Lust bekommen, einen Wochenmarkt in eurer Nähe zu besuchen und mal besonders achtsam einzukaufen. Bis bald!

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